Auch wenn der Winter noch einige Wochen andauern wird, so wird es doch langsam Zeit, bereits jetzt an den Frühling zu denken. Schon an einem sonnigen oder wärmeren Wintertag sind wieder die ersten Reviergesänge der Meisen und anderer Vogelarten zu hören. Gerade die Meisen streifen nun bereits wieder zu zweit als Pärchen umher und schauen immer mal wieder nach zukünftigen Nistmöglichkeiten.
Gerade für die Höhlenbrüter ist es dabei immer schwieriger im Siedlungsraum ausreichend Brutmöglichkeiten zu finden. Da Bauland im Siedlungsbereich sehr wertvoll ist, werden große Gärten oder unbebaute Grundstücke immer seltener, auf denen Bäume auch mal ausreichend dick werden können, um Naturhöhlen zuzulassen.
Mit entsprechenden "künstlichen" Nistgelegenheiten in Form von Nistkästen kann sehr einfach dieser Wohnungsnot entgegengewirkt werden. Hierzu ist noch nicht einmal ein größerer Garten mit Bäumen notwendig. Nistkästen können auch an Pfählen oder Hauswänden angebracht werden, Sogar Aufhängen an Balkonwänden sind möglich.
Durch die Wahl der Nistkastengröße und/oder des entsprechenden Einflugloches können gezielt einzelne Arten gefördert werden. Der Satsnadardnistkasten hat in der Regel ein Einflugloch von 32-34 mm und ist für alle Meisenarten, aber auch mal für Spatzen oder Kleiber geeignet. Kleinere Einfluglöcher mit 26-28 mm Lochgröße hingegen sind besonders für Blaumeisen geeignet, da die größeren Meisen hier keine Konkurrenz darstellen. Aber auch halboffene Kästen können angeboten werden, die dann, je nach Hängung, für Rotschwänze oder auch Zaunkönig und Rotkehlchen geeignet sind.
Nistkästen und Nistkästenbausätze können im Fachhandel oder aber auch in Baumärkten erworben werden.
Im Raum Wiesbaden biete ich Interessierten auch Nistkästenbausets und fertige Holznistkästen an. Der Komplettbauset kostet hierbei 7,50 Euro. Da der Bausatz bereits für kleine Kinder geeignet ist, biete ich Sonderpreise für das Material in speziellen Nistkästenveranstaltungen (s.a. Termine und KITA- Und Schulprojekte).
Sonderaktion für Kindergärten und Schulklassen Winter/Frühling 2012:
Workshop: Wie Vögel brüten
Zunächst wird anhand naturgetreuer Vogelmodellen und anderen Materialien eine altersgerechte Einführung in die Thematik gegeben. Wo brüten Vögel (Freistehende Nester, Bodenbrüter, Höhlenbrüter). Wie kann jeder selbst aktiv werden, um einheimischen Vögeln Brutmöglichkeiten zu schaffen. Welchen Arten kann ich wie helfen? Aussehen unterschiedlicher Nester und Eier. Anschließend können mittels spezieller Bausätze Nisthilfe für Meisen oder aber auch für Zaunkönige, Rotkehlchen und Rotschwänze selber hergestellt werden.
Die Veranstaltung kostet bei 1,5 bis 2 Stunden während des Aktionszeitraumes in Wiesbaden nur 50 Euro zuzüglich den Nistkastenbausätzen zum Sonderpreis von 6 Euro/Stück.
Bitte nicht vergessen: Bereits hängende Nistkästen sollten spätestens jetzt gereinigt werden. Nistkästen, die in den letzten Jahren nicht angenommen wurden, jetzt einfach mal umhängen, das kann Wunder bewirken.
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Wintervogelfütterung - wenn ja, dann richtig!
Neben dem Aufhängen von Nistkästen ist die Fütterung von Vögeln im Winter wohl die populärste Vogelschutzmaßnahme. Bereits ab September bietet der Handel jedes Jahr ein umfangreiches Sortiment an Futterhäusern, Futtergeräten und Futter an. Parallel dazu wird über Schaden und Nutzen der Winterfütterung immer wieder kontrovers diskutiert.
Hauptargument der Fütterungsgegner ist oft, dass hierbei Unsummen sozusagen zum Fenster rausgeworfen werden, die dann für sinnvollere und wichtigere Naturschutzprojekte fehlen. Außerdem wird durch die Fütterung eine natürliche Auslese unterbunden, bei der nur die stärksten und angepassten Tiere überleben. Oft wird dazu auch angeführt, dass die Vögel durch die Fütterung ihr natürliches Futtersuchverhalten verlernen.
Neuere Untersuchungen haben aber gezeigt, dass dies nicht der Fall ist und die Vögel im nächsten Frühjahr durchaus in der Lage sind, ihre Jungen wieder alleine großzuziehen. Es muss aber auch festgestellt werden, dass aus Gründen des Artenschutzes eine Fütterung der Vögel im Winter nicht notwendig ist, da die bei uns überwinternden Vögel ausreichend an die kalte Jahreszeit angepasst sind. Arten die dies nicht können, z.B. reine Insektenfresser wie Schwalben und Mauersegler, ziehen daher in der insektenarmen Zeit in den Süden. Nur in extremen Wintern, bei denen einigen Arten die Nahrungsaufnahme durch Eis und Schnee nicht mehr möglich ist, kommt es zu größeren Populationsverlusten. So zum Beispiel bei Schleiereulen oder Eisvögeln, aber alles Arten, die von der klassischen Vogelfütterung sowieso nicht profitieren. So erscheinen normalerweise nur wenige häufige Arten, insgesamt weniger als 10 % der Brutvogelarten regelmäßig am Futterhäuschen. Bei diesen Arten konnte keine Verbesserung des Ernährungszustand und Überlebensrate durch zusätzliche Futtergaben erzielt werden. Viele dieser Arten sind zwar mehr oder weniger Allesfresser, d.h. sie ernähren sich von tierischen und von pflanzlicher Nahrung. Die handelsüblichen rein vegetarischen Futtermischung können aber das tierische Eiweiß in Form überwinternder Insekten (Eier, Larven, Puppen) nicht ersetzten, das Vögel für ihr Wohlbefinden und für das Brutgeschäft im folgenden Frühjahr benötigen. Es kann bei ausschließlich vegetabiler Ernährung sogar trotz ausreichendem Nahrungsangebot zu starkem Gewichtsverlust kommen. Es konnte auch gezeigt werden, dass der Bruterfolg von Meisen mit und ohne Winterfütterung gleich bleibt.
Hat die Winterfütterung denn dann überhaupt einen Sinn?
Ja durchaus! Für viele Menschen ist die Fütterung der Vögel im eigenen Garten oder auf dem Balkon ein wichtiger Zugang zur Natur. Gerade für Kinder wird durch die intensive Beobachtungsmöglichkeit aus der Nähe das Interesse für die Vogelwelt und ein erstes Natur- und Umweltverständnis geweckt. Aber auch für alte, kranke und behinderte Menschen kann das Futterhäuschen im Winter oft der einzige Kontakt zur Natur sein.

An dieser Stelle sollte aber hinzugefügt werden, dass zusätzlich die Förderung des natürlichen Futterangebotes für die überwinternden Vögel erste Priorität haben muss. So dienen die Samen von Wildkräutern und Stauden als Futter für Körnerfresser. Ebenso wichtig sind die Früchte von einheimischen Gehölzen (z.B. Schneeball, Pfaffenhütchen). Außerdem sollte der Ordnungstrieb im Herbst möglichst bis zum Frühjahr gezügelt werden, um alte und verblühte Stauden über den Winter stehen zulassen, da in den alten Pflanzenstängeln und in Kompost- und Laubhaufen Insekten (auch als Eier, Larven, Puppen) überwintern.
Welches Futter ist geeignet?
Für Körnerfresser, die man an ihrem kräftigen Schnabel erkennt, werden zahlreiche Standardmischungen angeboten, die aus Sonnenblumenkernen, Hanfsamen, Getreidekörnern und gehackten Nüssen bestehen. Hierzu zählen zum Beispiel die Finken, Sperlinge und Ammern. Vögel mit einem kleinen, oft spitzen Schnabel hingegen gehören zu den Weichfutterfressern, z.B. Drosseln, Meisen, Rotkehlchen, Zaunkönig und Heckenbraunelle. Sie kann man im Winter vor allem mit getrockneten Insekten, Beeren, Rosinen, Haferflocken (bevorzugt in Öl getränkt) füttern. Die Futtermischungen, die nach Bedarf einfach gemischt oder ergänzt werden, können in stehenden Futterhäusern angeboten werden. Noch besser sind aber hängende Futterhäuschen oder Silos, bei denen das Futter von selbst nachrutscht und dabei immer trocken und sauber bleibt.
Zum Aufhängen eignen sich auch sehr gut Meisenknödel und Netze mit Nüssen oder Sonnenblumenkernen. Fett-Kleie-Körnermischungen sind gerade unter den Meisen, zum Teil aber auch bei Buntspechten und Eichelhähern, sehr beliebt und können leicht selber hergestellt (siehe Kinderseite).
Einige Arten hingegen fressen fast ausschließlich am Boden (Buchfink, Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Amsel), entweder unter den hängenden Futtergeräten oder an eigens angelegten Bodenfutterstellen. Hierbei ist es dann besonders wichtig, die Futterstellen häufig zu reinigen, da sie schneller verunreinigen. Drossel fressen auch sehr gerne reife Äpfel, die entweder am Boden ausgelegt oder z.B. an Bäumen befestigt werden. Diese können auch bereits angefault sein, ansonsten ist immer großer Wert auf einwandfreies Futter zu legen.
Fütterungsregeln:
l erst beginnen, wenn der Winter wirklich Einzug gehalten hat
vorher finden Vögel ausreichend Nahrung in Form von Samen aller Art, Beeren und Insekten Eingewöhnen an Futterstelle nicht notwendig
l nur bei wirklich kaltem Wetter, dann aber verlässlich
l Hygiene an Futterstelle wichtig:
- Futter sollte vor Feuchtigkeit geschützt sein (Gefahr Schimmelpilze)
- Futter sollte möglichst wenig durch Kot verunreinigt werden (Gefahr einer Salmonellose-Infektion)
- regelmäßige Reinigung
l als Futter ungeeignet sind:
- salzhaltige oder gewürzte Speisereste
- Brot (quillt im Magen der Tiere auf)
l Katzen dürfen sich nicht unbemerkt anschleichen können
l lieber maßvoll und regelmäßig füttern, als zu viel
l beim Auffinden toter oder kranker Tiere sofort Fütterung einstellen (Verdacht auf Salmonelleninfektion). Alle Futterreste entfernen, Futterstelle desinfizieren.
Herstellung von Fettfutter für die Winterfütterung
Zutaten:
500 g - 1 kg Fett (Rindertalg; Palmin)
500 g Weizenkleie
Sonnenblumenkerne, Hanf nach Belieben
Salatöl
Herstellung:
- Fett klein schneiden und schmelzen
- Weizenkleie unterrühren
- Schuss Salatöl zugeben
(verhindert bei großer Kälte Härte und Brüchigkeit)
- Sonnenblumenkerne und Hanf nach belieben zumischen
- geeignetes Gefäß vorbereiten (Tonblumentopf): durch Wasserloch Fichtenzweig stecken (an den dünnen Reisern können sich Vögel beim Fressen festhalten, das dicke Zweigende dient zum Aufhängen des Blumentopfes an einen Ast)
- noch warme Masse einfüllen
Tipps:
- es könne auch halbierte Kokosnusshälften verwendet werden; dann vorher Aufhängung befestigen (Loch bohren) und nachträglich Ästchen zum Festhalten reinstecken
- beträgt das Mischungsverhältnis 5-6 Gewichtsanteile Fett auf 1 Teil Kleie, so erhält man eine gießbare Masse. Diese kann dann für Baumläufer, Spechte und Schwanzmeisen auf rissige Borke alter Bäume gestrichen werden.
KINDERTHEMA: Tieren auf der Spur
Das ganze Jahr über können wir Tierspuren entdecken
Hallo Kinder! Vielleicht habt ihr diesen Winter Glück und könnt draußen im Schnee spielen. Besonders in der kalten Jahreszeit fallen immer wieder Trittspuren von Tieren im Schnee auf. In der Stadt sind dies vor allem Spuren von Hunden, Katzen oder auch Vögeln. Auf Feldwegen oder im Wald könnt ihr mit etwas Glück auch Trittspuren von Rehen, Wildschweinen oder Füchsen entdecken. Aber auch wenn der Schnee ausbleibt oder auch schon wieder geschmolzen ist, können wir das ganze Jahr über Tierspuren entdecken. Schaut doch mal auf matschigen Wegen genau nach! Oft sind neben den zahlreichen Menschen- und Hundespuren noch andere Spuren zu entdecken.
Katzen, Hunde und Füchse hinterlassen typische Abdrücke ihrer Ballen, auf denen sie weich gepolstert laufen. Das Trittsiegel der Hauskatze ist fast kreisrund, Krallenabdrücke fehlen. Insgesamt sind die Abdrücke sehr klein, etwa 3 cm im Durchmesser. Das Trittsiegel des Hundes kann in der Größe natürlich stark variieren, je nach dem wie groß der Hund war, in der Regel sind die Abdrücke aber größer als bei Katzen und die Krallen drücken sich auch ab. Auch an der Abfolge der Abdrücke, die bei Hunden meist unregelmäßig sind, kann man Hunde, die mal hier mal da schnüffeln oder auch herumtoben, leicht von Katzen unterschieden. Das Trittsiegel des Fuchses ähnelt sehr dem des Hundes. Bei Füchsen liegt aber der große hintere Ballen hinter allen anderen kleineren Vorderballen, beim Hund liegt der Hinterballen teilweise zwischen den mittleren Ballen.
Ganz andere Abdrücke hinterlassen Rehe und Hirsche. Sie gehören zu den Huftieren und hinterlassen entsprechende doppelte Hufabdrücke. Beim Reh ist ein solcher Abdruck etwa 4 cm lang, beim Rothirsch 6-9 cm. Schöne Abdrücke könnt ihr leicht mit nach Hause nehmen und euch eine Spurensammlung anlegen, wenn ihr sie mit Gips ausgießt (s. beigefügte Anleitung).
Aber viele Tiere hinterlassen auch noch andere Spuren, die ihr mit etwas Geduld leicht aufspüren könnt. Im Winter sind zahlreiche Nester von Vögeln besonders gut zu entdecken, die zu anderen Jahreszeiten sicher vom Laub verdeckt werden. Im Frühjahr bauen Rabenkrähen und Elstern auch in der Stadt in hohen Laubbäumen bereits ihre Nester. Während Rabenkrähen aus einzelnen Stöckchen große typische Nester bauen, erkennt ihr Elsternester gut an ihrer runden Form und ihrer Größe. Am Waldrand oder in größeren Parks könnt ihr auch Mäusebussardhorste entdecken, die nun bereits wieder neu benutzt werden.
Genauso spannend wie die Trittspuren sind auch die „Hinterlassenschaften“ zahlreicher Tiere, die bei genauem Hinsehen zahlreich im Wald oder auf Feldern und Wiesen entdeckt werden können. So leben Rehe und Hasen oft tagsüber sehr versteckt, aber die Köttelchen sind oft gut zu entdecken. Auch zahlreiche Igel verraten sich nur durch ihre schwarzen etwa 1cm dicken und 8 cm langen „Würmchen“.
Herstellen von Gipsabdrücken
benötigtes Material:
Gips (schnellhärtend, aus Baumarkt)
Rahmen (Blech, Plastik, Pappe)
Seifenrest
Wasser
Gummibecher zum Gipsanrühren
- Tierspur zunächst vorsichtig durch Ausblasen reinigen
- passenden Rahmen vorsichtig aber fest in Untergrund drücken, sodass der flüssige Gips später nicht mehr entweichen kann
- Wasser nach Augenmaß (lieber etwas mehr) in Gipsgefäß geben
- durch Zugabe geraspelter Seife eine Seifenlauge herstellen
- Gips nach und nach zugeben, bis ein Gipshäufchen entsteht, das bis an die Wasseroberfläche oder knapp darüber hinaus reicht
- einige Minuten ruhen lassen
- kurz durchmischen (zu viel Rühren eher ungünstig)
- flüssigen Brei vorsichtig in vorbereitete Form gießen
- nach Aushärtung (15-30 Minuten) Gipsblock vorsichtig von Spur lösen
- nur grobe Verunreinigungen lösen, ansonsten weiter trocknen lassen
- wenn Gipsabdruck ganz ausgehärtet (kann 1 Tag dauern) Verunreinigungen abkratzen oder -bürsten, eventuell auch abwaschen
- Spur eventuell durch Bemalung mit Wasserfarben hervorheben
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